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04.06.2019

Stellungnahme des SSV zur Sportentwicklungsplanung der Stadt Greven

I. Sportentwicklung in Greven

Die Stadt Greven steht in vielen Bereichen durch die stark wachsende Bevölkerungszahl vor erheblichen Herausforderungen. Dies betrifft auch im besonderen Maße den Sportbereich. Einigkeit besteht bei den Beteiligten an der Workshopreihe zur Sportentwicklungsplanung in Greven darin, dass qualifizierte Sportangebote für alle Altersklassen ausgebaut werden müssen. Dabei kommt insbesondere dem Breitensport immer größere Bedeutung zu.

An sich sind diese Erkenntnisse nicht neu. Aus Sicht des SSV besteht die Notwendigkeit sich daran zu beteiligen, um die bestehenden Hemmnisse für einen Ausbau der Sportangebote zu beseitigen. Neben dem SSV sind dabei seine Mitgliedsvereine, aber auch die Verwaltung und die Politik der Stadt Greven gefordert.


Der Ausbau von qualifizierten Sportangeboten in den Vereinen setzt auch die konsequente und systematische Aus- und Fortbildung von Übungsleitern mit einer angemessenen Bezahlung voraus. Dies aber stellt die Vereine in Greven mit größtenteils ehrenamtlichen Strukturen vor große Herausforderungen, da es bei einem veränderten Freizeitverhalten immer schwerer wird, Personen ohne Bezahlung für die anspruchsvollen Tätigkeiten zu finden. Dementsprechend müssten die Organisationsstrukturen in den Vereinen teilweise professionalisiert werden. Idealerweise ergänzen sich bezahlte Mitarbeit und Ehrenamt in den Vereinen.

Politik und Verwaltung könnten hier durch eine finanzielle Unterstützung die Vereine bei ihrer Weiterentwicklung unterstützen. Der SSV wird dazu bei der Entwicklung einer in Greven überfälligen Sportförderrichtlinie mitarbeiten, die Möglichkeiten der Unterstützung der Vereine vorsehen sollte.

Ein weiteres bestehendes Hemmnis in unserer Stadt ist die unzureichende Anzahl und Ausstattung der Sporthallen. Mehrere Mitgliedsvereine haben in den Workshop-Sitzungen deutlich gemacht, dass es in vielen Bereichen Wartelisten bei Sportangeboten gibt. Es ist aktuell schwierig bis unmöglich für ein neues Sportangebot eine Hallenzeit zu erhalten. Aus Sicht des SSV muss die Hallenbelegung seitens der Stadtverwaltung schnellstmöglich optimiert und die Hallenbelegung regelmäßig von der Verwaltung überprüft und angepasst werden.

Die Mitgliedsvereine müssen dabei zwangsläufig in die Planung der Belegung einbezogen werden, um die dort bestehenden Bedürfnisse sachgerecht berücksichtigen zu können. Der SSV kann hierbei aus Neutralitätsgründen im Höchstfalle nur beratend tätig werden.

Darüber hinaus ist es dringend erforderlich und unerlässlich, zeitnah in eine neue Mehrfach-Sporthalle in der Grevener Innenstadt zu investieren, um mit dem Bau nicht nur die Weiterentwicklung des Sportes in Greven voranzutreiben, sondern auch die bereits jetzt bestehenden Defizite in der Hallenbelegung auszugleichen. Hier sind Verwaltung und Politik gefordert, kurzfristig die entsprechenden Weichen zu stellen und möglichst noch in diesem Jahr mit der entsprechenden Planung zu beginnen. Auch im Ergebnis der Workshopreihe zur Sportentwicklung wird dies so gefordert.

Ein weiteres Manko bei der Sportentwicklung ist auch die immer geringer werdende Nutzungsmöglichkeit des Hallenbades für Schulen und Vereine. Aus Sicht des SSV ist zum Beispiel die Sicherstellung der Schwimmfähigkeit von Kindern eine zentrale Aufgabe. In diesem Bereich besteht ein akuter Handlungsbedarf bei der Anpassung der Öffnungszeiten des Hallenbades als städtische Einrichtung.

Ergänzend dazu weisen wir darauf hin, dass ein 'Runder Tisch' mit den betroffenen Vereinen zum vorstehenden Thema immer noch nicht terminiert worden ist. Wir sehen eine dringende Notwendigkeit darin, dies baldmöglichst vorzusehen.

II. Rolle des SSV

Aus Sicht des SSV zeigen die Ergebnisse der Sportentwicklungsplanung sehr deutlich, dass die Stadt Greven in Anbetracht der wachsenden Bevölkerung bereits zum jetzigen Zeitpunkt vor erheblichen Herausforderungen steht. Der SSV beabsichtigt, sich dabei als Interessenvertreter seiner Mitgliedsvereine konstruktiv in die Zusammenarbeit mit der Verwaltung, Politik und Schulen einbringen.

In vielen Punkten der Sportentwicklungsplanung wird dem SSV eine tragende Rolle zugesprochen. Diese dem SSV zugedachte Rolle kann jedoch unter den bisher vorliegenden Rahmenbedingungen nur in begrenztem Umfang erfüllt werden.

Der Vorstand des SSV besteht aktuell aus acht Personen, die allesamt ehrenamtlich tätig sind. Bis auf den 2.Vorsitzenden bekleiden die übrigen Vorstandsmitglieder arbeitsaufwändige Positionen in Ihren Heimat- (3 x Präsident bzw. 1.Vorsitzender, 2 x Geschäftsführer, 1 x Abteilungsleiter) sowie in anderen Vereinen (2. Vorsitzender Kulturinitiative). Aus diesem Grund ist der zur Verfügung stehende zeitliche Rahmen für die Angehörigen des SSV-Vorstandes begrenzt. Repräsentative Aufgaben, Gespräche mit der Stadtverwaltung, Politik, Sponsoren sowie weitere administrative Aufgaben werden momentan fast ausschließlich durch den 1.Vorsitzenden ausgeübt, der sich dienstlich im Ruhestand befindet.

Durch die Funktionen bei Ihren Heimatvereinen haben die Vorstandsmitglieder einen sehr guten Überblick über die Bedürfnisse der Mitgliedsvereine des SSV. Der SSV ist daher kompetent, in sportpolitischen Fragen der Verwaltung und Politik beratend zur Seite zu stehen. Dabei werden insbesondere übergreifende Sportthemen wie zum Beispiel die Entwicklung einer Sportförderrichtlinie und der Sportstättenbewirtschaftung als vorrangig zu behandeln angesehen.

Der SSV hat in seiner neuen Satzung festgeschrieben, Anträge seiner Mitglieder an die städtischen Organe durch Stellungnahme zu begleiten. Problematisch könnte es aus Gründen der Neutralität für den SSV allerdings werden, einzelne Anfragen von Mitgliedsvereinen zu bewerten und zwar insbesondere dann, wenn gegensätzliche Interessen verschiedener Mitgliedsvereine vorliegen. Allenfalls kann der SSV in diesen Fällen nur eine Vermittler-/ Schlichterrolle einnehmen, dies ist in seiner neuen Satzung auch so vorgesehen.

Eine Ausweitung der Tätigkeit auf andere Bereiche kann in der derzeit bestehenden Organisationsstruktur nicht geleistet werden, dazu bedarf es für den SSV einer personell und finanziell besseren Ausstattung. In welcher Form dies geschehen könnte, müsste zwischen Stadtverwaltung, Politik und SSV diskutiert und festgelegt werden.

Wie bereits in der Sportentwicklungsplanung herausgearbeitet, sollen Sportvereine dazu motiviert werden, in Zukunft stärker auf professionelle Strukturen zu setzen. Hierdurch soll auch dem Trend entgegengewirkt werden, dass wichtige Positionen in Sportvereinen aus mangelndem und wenig lukrativem Interesse immer weniger durch ehrenamtlich tätige Personen besetzt werden können. Nichts anderes kann daher auch für den Stadtsportverband gelten.

Greven, den 30. April 2019

Für den Vorstand des Stadtsportverbandes Greven.

Werner Jacobs
1. Vorsitzender


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